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Bukit Piton, der verlorene Wald?

Als wir zum ersten Mal hörten, dass es neben denen im Danum Valley und Tabin auch in Lahad Datu Orang-Utans geben soll, konnten wir es fast nicht glauben. Nicht einmal die Einheimischen sprachen davon.

Bukit Piton liegt am Ulu-Segama-Malua-Wald, der einst durch Feuer und schlechte Loggingpraktiken zerstört wurde. Doch durch die Bemühungen vom WWF - Malaysia, Yayasan Sime Darby, Sabah Forestry Department und dem Team, das von Dr. Teo angeführt wurde, wird dieser einst beschädigte Wald wieder restauriert und mit Liebe gepflegt, damit die Orang-Utans und andere Wildtiere wieder ihren Unterschlupf finden konnten.

Ende 2016 besuchten wir Bukit Piton auf einer Erkundungstour mit Bike and Tours. Und wirklich, nach ca. einer Stunde Fahrt von Lahad Datu nach Bukit Piton, stießen wir innerhalb weniger Minuten auf unseren ersten Orang-Utan. Dieses schöne Geschöpf bemerkte unsere Anwesenheit, fuhr aber ungehindert fort mit essen, bevor es sich mit anmutigen Bewegungen zurück in die Tiefe des Dschungels schwang.

Wir hatten Glück und begegneten bei diesem Ausflug zwei weiteren Orang-Utans. Für uns war es das Größte! Es war eine wunderschöne Erfahrung, die Orang-Utans in der freien Wildbahn zu erleben. Andere Besucher erzählten sogar von mehr Sichtungen an einem Tag. Um den Orang-Utan in der Wildnis zuentdecken, braucht es aber neben scharfen Augen auch immer eine große Portion Glück. Der Regenwald ist kein Zoo!

Als wir uns weiter mit diesem Forest-Reserve der Klasse 1 auseinandersetzten, haben wir gelernt, dass der schwerbeschädigte Dschungel trotz der Aufforstung immer noch nicht genug Nahrungsquellen für die Orang-Utans und anderen Wildtiere bietet, zudem liegt immer noch so einiges im Argen. Das liegt unseres Erachtens daran, dass die entsprechenden Organisationen sich mehr auf die Größe konzentriert haben und nicht wirklich auf die Qualität. Um einen dermaßen zerstörten Wald wieder auf die Beine zu stellen, braucht es neben viel Geduld auch sehr viel Liebe. Leider ist es nicht einfach gemacht, indem man einen Setzling in den Boden steckt und hofft das er vielleicht auch mal groß wird. Eine offene Fläche in diesen Breitengraden kann sich von selber nicht mehr wirklich regenerieren. Auf jeden Fall nicht in einer solch kurzen Zeit. Die Setzlinge werden umgehend mit Schlingpflanzen eingedeckt, wachsen daher sehr langsam wenn überhaupt, verkrüppeln und sterben in den meisten Fällen ab.

Wir lernten Teo kennen, er arbeitet seit bald 20 Jahren in diesem Gebiet und hat uns geschildert, wie alles angefangen hatte. Er zeigte uns Teile des Waldes, die durchaus wieder hübsch aussahen und wie im oberen Teil erwähnt, viele wilde Tiere beherbergen. Wir fragten ihn auch, warum die andern Bereiche, sehr dürftig wirken. Er erklärte uns, dass die Projekte riesig sind und meistens in den entscheidenden Fasen nicht mehr finanziert werden konnten. Dadurch fehlte es an der Pflege und so ist leider vieles wieder eingegangen.

An diesem Tag lernten wir auch, dass dieser Wald stark von außen unter Druck steht. Die umliegenden Plantagen wussten vom schlechten Zustand des Waldes und machten sich bemerkbar, indem das sie am liebsten alles in Ölpalmplantagen umgewandelt hätten. Das ist zum Glück bis jetzt noch nicht geschehen. Dennoch, sollange der Wert dieser Region nicht wirklich wahrgenommen wird, besteht die Gefahr weiterhin.

Wir überlegten uns, was wir machen konnten und wir sahen zwei Möglichkeiten. Zum einten wollen wir Reisende in dieses Gebiet senden, damit mehr Aufmerksamkeit entsteht. Dies konnten wir anfang 2016, zusammen mit Bike and Tours in Zusammenarbeit mit der Kontraktor Malaysia realisieren. Alle Teilnehmer dieser Touren pflanzten einen Baum und konnte sich selber ein Bild über die Vielfalt der Tiere machen. Das Echo war durchaus positiv und wir konnten den Grundstein für einen nachhaltigen Tourismus in dieser Region setzen.

Zum andern wollten wir Bäume pflanzen. Wie Teo aus den verschiedenen Erfahrungen berichtete, lernten wir, dass wir besser klein beginnen und uns stattdessen über einen längeren Zeitraum verpflichten. Und unser Vorhaben ist im Verhältnis zu 11612HA, wirklich sehr klein. Trotzdem machten wir den Vorschlag, dass wir die Verantwortung für einen halben Hektar für die nächsten fünf Jahre übernehmen. Wir hoffen das auf diesem kleinen Flecken auch wirklich wieder ein ansehnlicher Wald entsteht. Teo reichte das Begehren beim Foresty Deparment ein und wirklich, wir wurden ernst genommen und dürfen dies nun ganz offiziell machen.

Ist Bukit Piton wirklich ein verlorener Wald?

Durch die Umwandlung in ein Forest-Reserve der Klasse 1 wurde sicher ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gemacht. Die Ansiedelung verschiedenster Tiere wie der Orang-Utan oder der gefährdete Sturmstorch, machen diese Gegend sehr wertvoll und auf alle Fälle schützenswert. Aber es braucht noch viel. Es müssen noch viele Hektaren aufgewertet werden. Wir glauben, dass wir mit unserem kleinen Beitrag etwas erreichen können, aber trotzdem möchten wir größer werden. Unser Traum ist es, uns jedes Jahr für mindestens einen Hektar neu verpflichten zu können. Aus diesem Grund brauchen wir Eure Hilfe. Um einen Baum zu pflanzen und anschließen fünf Jahre zu pflegen, bis er sich selber regulieren kann, kostet $60. Mit einer jährlichen Mitgliedschaft kann jedes Jahr ein Baum gepflanzt werden und mit 160 Mitgliedern würden wir auch automatisch das Ziel eines Hektars pro Jahr erreichen. Wir würden uns freuen, wenn Ihr uns bei diesem Projekt unterstützen würdet.

Bäume pflanzen in Lahad Datu (Projektbeschrieb)

Die Gesamtfläche von Staat Sabah beträgt ca. 7,4 Mio. ha. Ungefähr 50% dieser Fläche sind noch als Waldfläche vorhanden. Diese Wälder verfügen über eine der vielfältigsten Flora und Fauna der Welt. In der Vergangenheit führten unverantwortliche und illegale Abholzungspraktiken zu einem stark beschädigten Wald. Über die Hälfte des Waldgebietes muss dadurch dringend mit einheimischen Baumarten neu bepflanzt und wieder in seine ursprüngliche Form hergestellt werden. Einer der wichtigsten Gründe, warum der degradierte Wald in Sabah wiederhergestellt werden sollte, liegt in der Tatsache, dass es immer noch Unterschlupf für viele Wildtiere, Vögel und besonders gefährdete Arten wie Orang-Utans und Elefanten bietet.

Leider ist ein degradierter Wald in dieser tropischen Zone nicht in der Lage, sich selbst zu erholen. Der Wald braucht unsere Hilfe um die vielfältige Flora und Fauna für zukünftige Generation wiederherzustellen und zu schützen.

Indem wir Baumpflanzungen durchführen, kann degradierter Wald in Sabah wiederhergestellt werden. In den letzten 20 Jahren hat das Sabah Forestry Department (SFD) Baumpflanzungs- und Forstwirtschaftsprojekte zur Wiederherstellung von degradiertem Wald in Sabah gefördert. SFD stellt keine kleinen Abholzgenehmigungen mehr aus, die große Schäden verursachen. Die SFD favorisiert jetzt groß angelegte, langfristige, nachhaltige und gute Forstwirtschaftspraktiken. Etwa 2 Millionen Hektar Wald sind jetzt in Sabah unter einer solchen Forstverwaltung und werden Forest Management Unit (FMU) genannt. Die FMU werden von SFD streng überwacht und sollen den Wald nachhaltig bewirtschaften und schützen. Diese Politik hat den Waldstatus verbessert. Das FMU ist dafür verantwortlich, Holz nachhaltig zu ernten und gleichzeitig geschädigtes Waldgebiet zu schützen und wiederherzustellen.

Eine der wichtigsten Strategien der SFD besteht darin, 30% der Waldfläche von Sabah in ein Waldschutzgebiet zu verwandeln (Klasse 1 - Schutzwaldreservat (PFR)). Die Umwandlung in den PFR-Bereich ist besonders wichtig für Waldgebiete, die Lebensraum für Wildtiere darstellen, wie die Orang-Utans und Elefanten. Viele PFR-Gebiete bestehen aus degradierten Wäldern, die in der Vergangenheit illegaler Rodungen und Übergriffen ausgesetzt waren.

In der jüngsten Zeit werden viele schlecht geloggte Wälder in ein PFR umgewandelt. In den meisten Fällen muss intensiv Aufgeforstet werden, um den ursprünglichen Zustand des Waldes wiederherzustellen

SFD hat zusammen mit der finanziellen Unterstützung von mit Sabah- und dem Federal Gouvernement viele Waldsanierungsprojekte in Sabah durchgeführt. 

Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie der WWF Malaysia, die Sabah Foundation, die Sime Darby Foundation und andere sind wichtige Geber bei Waldsanierungsprojekten in Sabah. Trotz der Bemühungen der Regierung und den NGOs ist der Fortschritt der Waldsanierung langsam. Dies ist in den meisten Fällen auf eine nicht nachhaltige, inkonsistente Bewirtschaftung und verzögerte finanzielle Unterstützung zurückzuführen, wobei die gepflanzten Setzlinge in vielen Fällen eingehen oder verkrüppeln.

Es muss erkannt werden, dass die Wiederherstellung eines degradierten Waldes eine langfristige Verpflichtung ist. Konsistente finanzielle Unterstützung ist erforderlich, um den Wald erfolgreich wiederherstellen zu können. Um 1 ha degradierten Wald erfolgreich wiederherzustellen, sind folgende Schritte notwendig;

1. Das Pflanzlayout beträgt 8m x 8m. Die Pflanzendichte beträgt ca.156 Setzlinge pro ha.

2. Standortvorbereitung zum Pflanzen. Es werden parallele verlaufende Pflanzlinien erstellt in einem Abstand von 8m. Entlang der Linie werden alle 8m einen Baum gepflanzt. Um die Pflanzlinien zu erstellen muss die Sekundärvegetation auf eine Breite von ca. 1.5m zurückgeschnitten werden. Sämtliches Sekundärvegetationsgut, dass die Pflanzstelle direkt beeinflusst, sollte in der Pflanzlinie beseitigt werden. Der Pflanzpunkt sollte ungefähr 2,5 x 2,5 m groß sein. Alle Linien und Punkte werden zur Kontrolle und Überwachung aufgezeichnet.

3. Pflanzung der Sämling. Nur einheimische Baumarten Borneos werden zum Anpflanzen ausgewählt. Aus der Gärtnerei ausgesuchte Setzlinge müssen vor der Pflanzung hart und stark sein.

4.     Pflege gepflanzter Setzlinge. Die erste Wartung muss 2 Monate nach dem Pflanzen durchgeführt werden. Danach alle 3 Monate für 20 Runden (5 Jahre). Während der Pflege wird das gesamte vegetative Gras, das den gepflanzten Setzling befällt, entfernt werden. Es wird 50g NPK-Dünger pro Pflanze verabreicht. Alle toten Setzlinge werden ersetzt.

Kontraktor Malaysia ist der Auftragnehmer, der für die Pflanzung und Pflege der Setzlinge verantwortlich ist. Kontraktor Malaysia hat über die Jahre hinweg sehr eng mit SFD zusammengearbeitet und war in Sabah an vielen Waldsanierungsarbeiten beteiligt. Sie bieten ihren Dienst jeder Person, Firma und / oder Vereinigung an, die bereit ist, sich für die Wiederherstellung des Waldes zu engagieren, sei es groß oder klein. Sie sind die Fachexperten im Wald und kennen die Lage des degradierten Waldes und der unvollendeten Waldsanierungen. Dieses Projekt kommt mit der Hoffnung, dass jede Spende, ob groß oder klein, zum Erfolg der Wiederherstellung des Waldes in Sabah beiträgt.